Neues in USA?

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 11/2013

Bereits zum dritten Mal ist ein Teil des InnovationsTeams in die USA geflogen, um zu sehen, ob es neue Ideen in den amerikanischen Milchviehbetrieben gibt, die wir im deutschen Markt umsetzen könnten. Wie in den vergangenen Jahren hat uns Bill Matzke aus Wisconsin, der als freier Berater rund 20 Milchviehbetriebe mit ca. 20.000 Kühen berät, über die meisten Betriebe begleitet. Zwar fühlen wir uns in Wisconsin schon fast zuhause, da wir einige Betriebe bereits seit Jahren besuchen, doch die erzielten Milchleistungen sind immer wieder bestechend. Abgelieferte Milchmengen von 13.000 oder gar 15.000 kg Milch im Herdenschnitt auf einzelnen Betrieben und Kühen, die dabei gesund und stabil aussahen, faszinieren immer wieder neu.

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Bill Matzke machte dafür aber auch drei wesentliche Erfolgsparameter der amerikanischen Milchviehhaltung verantwortlich, die zum Teil für deutsche Milchviehhalter unerreichbar sind: Erstens: Der Einsatz von BST (Wachstumshormon) bringt bis zu 15 % höhere Milchleistung beim Einzeltier und die Möglichkeit Tiere auch ohne erneute Kalbung, also im Falle von einer Zuchtuntauglichkeit, länger abzumelken. Zweitens: Die Möglichkeiten, bessere Grundfutterpflanzen anzubauen. Da ist die Luzerne als Protein- und Strukturlieferant und der genetisch veränderten Mais zu nennen. GV–Mais wird in den USA zu über 90 % angebaut und überzeugt neben der guten Trockenheitsresistenzen auch mit einer verbesserten Verdaulichkeit. Drittens: Die Einstreu der Liegeboxen mit Sand. Sie bietet Verformbarkeit und zugleich Trittsicherheit (auch als feiner Belag in den Laufgängen) und bietet den Mikroorganismen schlechte Wachstumsbedingungen. Unabhängig von der Größe der besuchten Betriebe, die mit 370 Kühen bis 9.000 Kühe sehr unterschiedlich war, konnten wir immer wiederkehrende Eigenschaften, also Standards, auf den Betrieben entdecken: Bei allen Betrieben war Kuhkomfort das oberste Gebot. 

1111cBei der Gestaltung der Liegeboxen wurde überwiegend Sand als Einstreu verwendet. Das natürlich nicht nur aus Gründen des Liegekomforts sondern auch wegen der daraus resultierenden guten Eutergesundheit. Da auch die amerikanischen Milchviehbetriebe zunehmend Biogas- Anlagen bauen, müssen große Sandseparationen errichtet werden, die die Sand-Gülle so behandeln, dass ein Großteil des Sandes zurück gewonnen wird und nicht im Biogasbehälter landet. Dazu wird der Sand separiert und gewaschen. Dieser Vorgang ist Strom- und Wasserintensiv und damit nicht unbedingt als nachahmenswert einzustufen. Die Gestaltung der Box an sich, bezüglich der Dimensionierung, ist mit den in Deutschland von uns verwendeten Maßen identisch. Das gilt auch für die Ausführung des 6-reihigen Liegeboxenlaufstalles. Die Gänge sind planeben mit Rillen oder Struktur versehen. Die Gülle wird überwiegend mobil in die Güllequerkanäle geschoben. 1111eInteressant war die in einigen Betrieben schon routinemäßig durchgeführte Salzsäurebehandlung des Bodens. Besonders bei der Verwendung von Gärsubstraten als Einstreu sind die Laufgänge der Ställe oft schnell glatt und werden durch den Säureeinsatz „aufgeraut“. Das macht zwar Arbeit, ist aber für das sichere Laufen der Kühe wichtig und da ist die Konsequenz der Amerikaner beeindruckend. So wird alle 6 Monate der Stall komplett entleert, gewaschen und behandelt. Die Ausführung der Ställe mit hoher Traufe und offenem First zur natürlichen Belüftung ist trotz Temperaturen von bis zu -35 Grad C in den USA der Standard. Curtains verschließen dann die Seitenwände. Da Schneestürme ausschließlich aus Südwest kommen, wurden zum Teil auch Sheddach-Firste gebaut. Gegen die Sommerhitze, werden die Ställe teilweise mit Dachisolierung gebaut. Ventilatoren über den Doppelliegeboxenreihen finden sich in allen Ställen, um im Sommer 6-reihiger Liegeboxenlaufstall die Luftbewegung und damit Kühlung der Kühe im Stall zu begünstigen. Die aus der Weiterentwicklung entstandenen Cross-Ventilation- Ställe basieren auf rein mechanischer Belüftung und stellen auch aus Gründen der bei uns umzusetzenden Tierschutzleitlinie und höherer Energiekosten sicher keine Option für Europa dar. Obgleich es mit dieser Bauform natürlich möglich wäre sehr kompakt große Herden unterzubringen und die Abluft gezielt zu erfassen und zum Beispiel über Biofilter zu reinigen. Allen Betrieben gemein waren der Trend zu wenig Automatisierung und Technikeinsatz. Stattdessen wird Wert auf gutes Arbeitsmanagement mit klaren Arbeitsbereichen und Verantwortung fürs Personal gelegt. Auffallend war die gute Organisation der einzelnen Bereiche. In Betrieben mit guter Melkroutine war dieses das Ergebnis von wöchentlichen (!) Melkerschulungen. Gleiches gilt für den Bereich des Abkalbemanagements: Keine Kalbung ist dem Zufall überlassen. Die Abkalbebereiche sind so geplant, dass sie auch in sehr großen Herden in nur 2-4 Abkalbeboxen resultieren; diese werden auch wirklich nur für den Vorgang der Abkalbung genutzt. Ein Manager, der diesen Bereich ständig im Blick hat, wird dafür allerdings voraus gesetzt. Dadurch werden die Tiere optimal betreut und der Aufwand der Bewirtschaftung (Einstreu/ Entmistung) minimiert. 1111dDer abschließende Besuch der World Dairy Expo in Madison gab neben vielen ausgestellten Schaukühen vor allem die Möglichkeit die Stände der Hersteller von Melktechnik, Stallausrüstung, aber auch sonstiger Zulieferindustrie zu besuchen. Gleichzeitig ist die Gelegenheit mit Experten, wie zum Beispiel Prof. Kammel, von der Universität aus Madison, Wisconsin, der auch unsere Projekte in Deutschland kennt, über „Neues im Stallbau“ zu fachsimpeln.

Mit diesen Eindrücken wünsche ich Ihnen, auch im Namen aller InnovationsTeam Mitarbeiter, eine besinnliche Vorweihnachtszeit.
Ihre Christiane Brandes (InnovationsTeam)

 

 

Feierliche Eröffnung der Stallerweiterung der SAG Sadisdorfer Agrar AG

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 10/2013

Mit einer feierlicher Eröffnung mit geladenen Gästen, einem Gottesdienst sowie einem Tag der offenen Tür hat man in der vergangenen Woche die Stallerweiterung der SAG Sadisdorfer Agrar AG gebührend gefeiert. Es sind nur noch wenige Wochen bis in den neuen Laufstall Kühe einziehen werden. Grund genug, um in Sadisdorf wieder einmal kräftig zu feiern. Schon vor knapp 10 Jahren war der erste Stallbau mit Melkhaus und Reprostallumbau angemessen gefeiert worden, doch diesmal wurde dieses noch ausgiebiger getan, denn es gibt Einiges worauf man stolz sein kann. Seit 2002 und dem ersten Stallneubau ist die Milchleistung beim Einzeltier im Schnitt um 60 % gestiegen, viele Leistungsparameter haben sich außerdem deutlich verbessert. Seitdem ist die abgelieferte Milch um den Faktor 2,2 angestiegen und mit dem nächsten Wachstumsschritt wird es dann eine Verdreifachung der abgelieferten Menge geben. Damit ist Milchproduktion in dem Grünlandstarken Betrieb auf 650 m NN der Hauptbetriebszweig.

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Die jetzt erfolgten Investitionen sollen dafür sorgen, dass es auch wettbewerbsfähig ist. Die Investitionen umfassen höhere Stallkapazitäten, Futterlagerkapazitäten und die damit verbundene Umsetzung behördlicher Auflagen. Die Erweiterung der Stallkapazitäten um gut 500 Tiere in einem sechsreihigen Laufstall ist für spätlaktierende und trockenstehende Kühe gedacht. Der Stallbau mit seinem Konzept, weicht in keinem Punkt von dem 2003 gebauten Stall ab. Es handelt sich um eine hohe Stahlhalle mit Holzpfetten und vollautomatischen Curtainssystemen zur natürlichen Belüftung. Ein planbefestigter Boden mit Rautenmuster kam schon im ersten Stall zum Einsatz und ist auch nach fast 10 Jahren Benutzung immer noch griffig und gut und wurde daher auch im neuen Stall eingebaut. Tiefboxen mit Bugbrettern und Kipptränken in den Übergängen runden den neuen Stall ab. Eine Bergehalle aus DDR Zeiten wird der neue Stall für frisch abgekalbte Kühe, die ein wenig Extrabehandlung benötigen.

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Dazu ist das Gebäude vollständig entkernt und mit einem neuen Innenleben versehen worden. Aber nicht nur die Kühe sollen es in Zukunft besser haben, sondern auch das Personal, welches die Kühe mit Futter versorgt. So wurde die am Ort befindliche Fahrsiloanlage kräftig erweitert und durch ein vollständig verschließbares Komponentenlager mit Einzelkammern ergänzt. Damit entfallen die weiten Wege, die der selbstfahrende Futtermischwagen vorher zurück legen musste. Da mehr Kühe gehalten werden, wird auch die Güllelagerung ergänzt bzw. Investitionen in eine Biogasanlage vorgenommen. Die Biogasanlage wird überwiegend mit der anfallenden Gülle und wenigen Futterresten betrieben. So wird aus „Abfall“ Strom und es ist ein weiteres Standbein entstanden, welches sich gut in den Gesamtbetrieb retwertteinfügt. Eine echte Innovation ist die behördliche Auflage mit anfallendem Oberflächenwasser umweltschonend umzugehen. So gilt: Sämtliches Oberflächenwasser monatelang zu lagern und dann gezielt auszubringen, was im Falle von fast 900 mm Niederschlag, häufigen Starkregenereignissen und hohen Kosten der Lagerung und Ausbringung fast unmöglich erscheint. In Sadisdorf hat man sich daher für eine Pflanzenkläranlage oder Teichbodenfilterkaskade entschieden. Diese ermöglicht das anfallende Wasser zu klären und dann abzuleiten. Ein große Investition mit hohem Flächenverbrauch, aber nötig für die Zukunft. Das alles konnte nun besichtigt und gewürdigt werden. Geladen waren neben den Mitarbeitern des Betriebes, vor allem die Geschäftspartner der SAG Agrar AG, die Finanzinstitute, Berater und Planungsbüros. Neben dem morgendlichen Gottesdienst mit der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, galt das Interesse vor allem der Betriebsvorstellung des Vorstandsvorsitzenden Nikolaus Flämig und den anschließenden Rednern. Unter den Gästen war auch adfHerr Theo Müller, Unternehmensgruppe Müller Milch, der ein Grusswort sprach. Theo Müller war sehr angetan von der Größe und Qualität des Stallneubaus und der hohen Marktleistung Milch der SAG Sadisdorfer Agrar AG. Er wünsche sich noch mehr expansive Betriebe, da er gerne mehr Milch abnehmen und verarbeiten möchte. Herr Müller hatte bereits im letzten September einmal den ersten Stall in Sadisdorf besucht, um sich selbst einen persönlichen Eindruck von moderner Milchproduktion zu verschaffen. Insgesamt war es eine Veranstaltung, bei der der Einsatz der vielen beteiligten Kräfte und Baufirmen gewürdigt wurde und mit Musik und Verkostung eine schöne Abrundung fand.

 

 

Wir wünschen der SAG Sadisdorfer Agrar AG viel Erfolg beim Einzug und Betrieb des Stalles und danken für die schönen Feste!
Ihre Christiane Brandes (Geschäftsführung)

Die Bilder wurden uns freundlicherweise von Sabine Rübensaat (Bauernverlag) zur Verfügung gestellt.

 

Kuhkomfort für die Kühe und Automatisierung fürs Personal – eine sehr gelungene Kombination!

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 09/2013

Unbenannt-1Einen neuen Milchviehstall, gebaut nach dem ABC des Kuhkomforts, hat die Agrargenossenschaft Gnaschwitz e.G. im Frühjahr diesen Jahres in Betrieb genommen. Der Neubau erfolgte auf der grünen Wiese in der Nähe der alten Bestandsanlage aus DDR-Zeiten in Techritz in der Nähe von Bautzen/Sachsen. Das gesamte Bauvorhaben besteht aus einem Milchviehstall für 592 Tiere mit automatischen Melksystem und einem neuen Sozialtrakt für die Mitarbeiter. Die neuen Silokammern für die Gärfutterlagerung, ein kleines Stroh- und Sandlager, ein Kadaverhaus und die dazugehörigen Güllelagerung mit Erschließung runden die Investition ab. Der neue Milchviehstall besticht durch extrem hohen Kuhkomfort und einen hohen Automatisierungsgrad.

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Das Wohlbefinden der Kühe, aber auch die spätere leichte Bewirtschaftung stand im Fokus der Planung. Der Stall mit den Maßen 192 m x 37 m hat einen mittigem Futtertisch und vier Abteile mit laktierenden Kühen mit je 121 Tierplätzen. Je zwei automatische Melksysteme stehen pro Gruppe zur Verfügung. Insgesamt 8 Melkboxen von Lely Typ Astronaut A4 sind im freien Kuhverkehr so angeordnet, dass ein möglichst guter Zugang der Kühe zum Roboter gewährleistet ist. Nur so ist die Motivation der Kuh, sich freiwillig melken zu lassen, hoch. Um die Erreichbarkeit und Vernetzung mit Medien im Stall kompakt zu halten, befinden sich alle Roboter in unmittelbarer Nähe der „Schaltzentrale“ des Betriebes. Über den Kühen, ganz zentral mit gutem Blick in alle Gruppen, ist das Büro des Herdenmanagements angeordnet. An die Melkboxen ist jeweils eine automatische Separation mit Liegeboxen angeschlossen, in denen zu behandelnde Kühe abgearbeitet werden können. An den Stirnseiten des Stalles befinden sich die Abteile für die trockenen Kühe, die Anfütterungsgruppe, sowie mit Stroh eingestreuten Abkalbeund Krankenbuchten. Der erste Baustein des Kuhkomforts ist das „A“ für Luft (Air). Eine optimale Luftqualität erreicht die Agrargenossenschaft Gnaschwitz e.G. durch natürliche Luftbewegungen. Die Öffnung der 4,90 m hohen Traufen wird durch eine automatische Steuerung der Curtains den herrschenden Klimaverhältnissen angepasst. Unter anderem beinhaltet diese Steuerung durch kurzzeitige Öffnungen auch für die Wintermonate eine kontinuierliche Frischluftzufuhr. Das „B“ steht für Fütterungs- und Tränkekomfort (Bunk) und wird erreicht durch ständige Futterverfügbarkeit, ausreichende Fressplätze und möglichst wenig Barrieren am Futtertisch. Zum Fütterungskomfort gehört ebenfalls die Wiederkäuer gerechte Gestaltung der Ration und trockene, standsichere Laufflächen, in diesem Projekt mit Rautenmuster ausgeführt. Die Entmistung der Fress- und Laufflächen erfolgt über eine stationäre Faltschieberanlagenlage. Die frostsicheren Tränken sind für alle Kühe gut zu erreichen und lassen sich durch großzügige Öffnungen leicht reinigen. Der Lely Juno Futterschieber schiebt selbsttätig, mehrmals täglich das Futter zu den Kühen. Das ist nicht nur eine Arbeitserleichterung, sondern animiert die Kühe zu einer hohen Futteraufnahme. Das große „C“ des Kuhkomfort bringen alle dies oben angeführten Punkte zusammen mit einer extrem komfortablen Liegebox für die Kühe. Für die Leitung der Agrargenossenschaft Gnaschwitz stand sehr früh nach gemeinsamen Besichtigungen in Mecklenburg und in Dänemark fest, dass das Liegebett der Kühe aus Sand bestehen muss. Die richtige Entscheidung, wie sich schon nach wenigen Wochen des Einzugs zeigte: Fast alle Kühe haben den Umzug bestens gemeistert, die Liegeakzeptanz der Kühe war sofort sehr hoch und die Zellzahlen sanken extrem auf unter 100.000 somatische Zellen.

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Auch hier wird Kuhkomfort mit moderner Technik kombiniert. Ein automatisches Einstreusystem, befördert ständig kleine Mengen frischen Sandes in die Boxen. Damit ist der Arbeitsaufwand der Boxenpflege auf das Befüllen des außen am Stall angeordneten VorratsbehältersUnbenannt-6 begrenzt. Mit entsprechender Vorgrubengestaltung und versenkten Güllebehältern und Spezialpumpen, wird dem anspruchsvolleren Güllehandling der Sand-Gülle Rechnung getragen. Mit der Verbindung von traditionellem Wissen über hohen Kuhkomfort und der Implementierung von modernen Technologien, wie automatische Melksystem, Fütterungsroboter oder Sandeinstreuanlagen ist es in der Milchviehanlage Techritz der Agrargenossenschaft Gnaschwitz gelungen, ein sehr effizientes Projekt zu realisieren. Die Ausführungsqualität aller beteiligten Firmen war überdurchschnittlich hoch. Ein Projekt auf das man in jeder Hinsicht stolz sein kann! Die Agrargenosschaft hat zu einem Tag der offenen Tür am Samstag, 21. September 2013 von 11.00 bis 17.00 Uhr eingeladen. Der Betrieb liegt vor 02692 Techritz, wenige Minuten von der A4 entfernt aus Dresden kommend vor Bautzen. Wir freuen uns, dass wir das Projekt von der ersten Planung, über die Ausschreibung, Bauleitung und Betreuung der Förderung begleiten durften und sind begeistert, wie gut die Kühe ihren neuen Stall angenommen haben.

Wir wünschen der Agrargenossenschaft Gnaschwitz auch weiterhin viel Erfolg in ihrer neuen Anlage.

 

Betriebsbesuche MVP

01.07.2013

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Heli vor dem Melkhaus der Familie Landman

In der vergangenen Woche kam der Besuch mal aus der Luft. Wir haben zusammen mit Kunden mit dem Helikopter den Betrieb der Famlie Hummel in Ivenack, dann Familie Landman von Friesian KG und von Herrn Greve, Milchhof Rodenwalde besucht. Das ergab einmal ganz andere Eindrücke. Aber sowohl aus der Luft, wie vom Boden aus präsentierten sich die Betriebe hervorragend. Die Atmosphäre war sehr entspannt und die Kühe scheint Besuch aus der Luft überhaupt nicht zu stören. Der laute Heli konnte direkt am Stall landen und störte überhaupt nicht.    

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Betrieb in Ivenack

 

 

 

 

 

 

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Wir danken unseren Kunden für die tolle Unterstützung und die eingebrachte Zeit!

 

 

 

 

 

Sei nicht lahm- mach mehr für die Klauengesundheit!

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 04/2013

UnbentjutzgnanntAuf der Western Dairy Management Conference in Reno, USA im März diesen Jahres hat Nigel B. Cook von der University of Wisconsin-Madison einen interessanten Sechs-Punkte-Plan zur Minimierung von Lahmheiten bei Kühen in großen Betrieben vorgestellt. Er griff bei der Erstellung dieses Plans auf Daten von über 550 Herden in Wisconsin zurück.

1. Liegeboxengestaltung: Nigel empfiehlt – wie die meisten Amerikaner- Sandliegeboxen, da die Tiere darin im Vergleich zu Hochboxen mit Gummimatten insgesamt länger liegen und längere Liegeperioden am Tag haben. In diesen Boxen ist auch das Abliegen bzw. Aufstehen für lahme Tiere einfacher und weniger schmerzhaft.

2. Liegezeit: Die Zeit, die den Kühen zum Liegen zur Verfügung steht, wird laut Nigel durch fünf Faktoren begrenzt. Zuerst das Liegeboxdesign (Breite 125 cm besser als 115 cm). Im Stall gilt: Hier muss auf kurze Wege geachtet werden. Die Zeit in der die Kuh zum Melken ist, sollte möglichst kurz sein, ebenso die Zeit, die die Kuh bei Gesundheitskontrollen etc. im Fressgitter steht. Überbelegung sollte vermieden werden, da nicht genügend Liegeplätze für alle Kühe zur Verfügung stehen. Hitzestress führt dazu, dass die Tiere vermehrt stehen, um durch „Hecheln“ die überflüssige Körperwärme los zu werden.

CC Einezelbilder1 2943. Klauengesundheitsmanagement: Zu einem exzellenten Klauengesundheits- management gehören der vorbeugende Routineklauenschnitt und die frühe Identifizierung und Behandlung von lahmen Tieren. So sollten Färsen schon vor dem ersten Kalben und alle Kühen zum Trockenstellen und zwischen dem 80. und 150. Laktationstag geschnitten werden. Tiere mit vorhandenem Defekt müssen öfters behandelt werden.

4. Klauenbadroutine: Eine effektive Klauenbadroutine ist nach Nigels Empfehlung unerlässlich zur Kontrolle und Minimierung von Mortellaro und Klauenfäule. Für das Klauenbad können Kupfersulfat oder Formalin sowie Zusatzstoffe zur besseren Wirksamkeit bzw. Wirkstoffverringerung eingesetzt werden. Um die Wirksamkeit des Bades aufrecht zu erhalten sollte es abhängig von Temperatur, Verschmutzung und Dauer nach 200 bis 300 Tieren erneuert werden. Damit jeder Hinterfuß mindestens zweimal in das Bad eintaucht, Unbenannhdjfzhgjtempfiehlt er eine Länge von 3 bis 3,60 m. Das Bad sollte 25 cm tief und 50 bis 60 cm breit mit abgeschrägten Seitenwänden sein. Die Schrägen führen dazu Kühe besser durch das Bad zu leiten.

5. Lauf- und Treibganggestaltung: Die Lauflächen müssen griffig sein, um ein Ausrutschen der Tiere zu verhindern. In Betonächen sollten daher Rillen (1,9 cm tief, 1,3 cm breit, 8,3 cm auseinander) oder Rauten für den Abfluss der Jauche und eine erhöhte Trittsicherheit eingearbeitet sein. Schräge Stand- und Treibflächen wie zum Beispiel im Vorwartehof können mit elastischem Gummi mit gutem Profil ausgelegt werden, bei ebenen Treibflächen kann auch härterer Gummi verwendet werden, um die Klauen zu entlasten und Abnutzung und Weiße-Linie-Defekten vorzubeugen. Vergleichende Untersuchungen von Gummiböden/Betonböden zeigen allerdings keine Gesundheitseffekte zugunsten von Gummiböden.

6. Hitzestressminimierung: Nigel empfiehlt, bei Temperaturen über 20°C soll laut Nigel die Hitzebelastung durch Ventilatoren (und Sprinkler) zu minimieren, außerdem müssen genügend Tränken zur Verfügung stehen. Ab einer Gruppengröße von 20 Kühen müssen mindestens zwei Tränken vorhanden sein, die effektive Tränkelänge sollte mindestens 9 cm pro Kuh betragen. Bei Beachtung dieser sechs Punkte ist es laut Nigel möglich, unter 12 % lahme Tiere in der Herde zu haben.

Für mich einer der interessantesten Vorträge der mehrtägigen Konferenz und eine Bestätigung der Stallplanungen vom InnovationsTeam. Es war wieder zu hören, dass zum guten Gelingen eines Stalles die Liegeboxgestaltung eine entscheidende Rolle spielt und als Erstes genannt wird. Es gilt für die Kuh: Liegen, liegen, liegen. Alle Faktoren, die dieses natürliche Verhalten der Kuh begünstigen, sind zu berücksichtigen. Also auch sinnvoller Kuhverkehr, ausreichende Behandlungsflächen für Kuhhandling, sinnvolle Klauenbäder und luftige Ställe mit reichlichem Wasserangebot. Zu ergänzen wäre sicherlich noch eine gesundheitsfördernde Rationsgestaltung, die subklinische Pansenazidosen verhindert. Es ist nicht nur die bauliche Hülle, die Hardware allein, die den Erfolg garantiert, auch die Software, also das Management der Herde, hat großen Einfluss auf die Performance der Herde.

Bei diesen Konzepten möchten wir Sie tatkräftig unterstützen und Ihnen eine gute „Hardware“ liefern als Garant für viel Erfolg im Stall!

Ihre Christiane Brandes
Geschäftsführung InnovationsTeam

 

Tag der offen Tür bei der Agrargenossenschaft Jatznick

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 01/2013

Bevor die Kühe einziehen, wurde erst einmal richtig mit Bier und Bratwurst gefeiert und der Stall für Interessierte am Tag der offen Tür geöffnet.

DSC02650Nach einer Projektierungszeit von ca. einem Jahr und einer Bauzeit von rund elf Monaten stellte die Agrargenossenschaft Jatznick im Verbund mit der Produktionsgenossenschaft Schönwalde ihre bislang größte Investition vor:
Der neue Milchviehstall mit Melkhaus, Reprobereich und Güllebehälter am Standort Belling im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Beide Unternehmen bewirtschaften zusammen rund 2800 Hektar Land und halten etwa 1000 Rinder. Für 544 Milchkühe und die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft ändert sich mit dem Einzug vieles:
Die Kühe haben im 6-reihigen Milchviehstall optimale Haltungs- und damit Produktionsbedingungen, die Anlage wurde deshalb als „besonders tierartgerecht“ eingestuft. Die Halle wurde als Stahl-/Holzkonstruktion ausgeführt. Die Curtains zur Stallbelüftung sind vollautomatisch gesteuert und öffnen und schließen damit je nach Außenklima. Die Kühe liegen in Tiefliegeboxen mit weicher Matratze DSC02652und laufen auf einem planbefestigten Boden mit Rautenmuster. Faltschieber reinigen die Laufgänge.

Ein spezieller „Repro-Stall“ für abkalbende oder frische Kühe mit Strohboxen, Separationsanlagen und Behandlungsbereich ermöglicht eine tierindividuelle Behandlung der Kühe mit 24 Spezialplätzen.

Gemolken wird im Doppel-16-Side-By-Side Melkstand von DeLaval mit Milchmengenmessung und Abnahmeautomatik. Der Schnellaustrieb mit beidseitigem Rücktrieb sorgt für hohen Melkdurchsatz. Optimale Arbeitsbedingungen entstehen durch einen ergonomischen Schwingboden in der Melkstandsgrube, das Deckflushsystem der Standflächen der Kühe im Melkstand und der Melkzeugzwischendesinfektion. Im Vorwartehof treibt ein Kuhtreiber mit Kotschieber die Kühe zum Melkstand. Die Milchlagerung erfolgt im außen stehenden Milchlagertank.

 

DSC02605„Bereits 2010 haben wir uns die grundsätzliche Frage gestellt, ob wir die Milchwirtschaft weiter entwickeln wollen“. Geschäftsführer Frank Westphal ging anlässlich der Eröffnung auf die Weichenstellung im Betrieb ein. Wir standen damals vor der Frage, ob wir die alten Stallungen rekonstruieren oder lieber neu bauen sollten“, Der Betrieb musste immer das Jahr 2015 mit Wegfall der Quotenregelung im Blick haben. Mit Preissprüngen beim Milchauszahlungspreis nach oben ist nicht zu rechnen. Aber angesichts des beachtlichen Grünlandanteils innerhalb der Unternehmen fiel am Ende die Entscheidung für die Milcherzeugung – und damit für den Stallneubau. Projektiert und den Bau begleitet hat alles das InnovationsTeam Christiane Brandes aus Heiddorf. Das Büro ist renommiert und Spezialist, wenn es um den landwirtschaftlichen Spezialbau geht“, sagte Westphal. Kreditgeber und Partner wurde die VR-Bank Uckermark-Randow. Am Bau beteiligt waren auch zahlreiche regionale Unternehmen.

Der Tierbestand insgesamt wird in dem Unternehmen nicht erhöht. Die alten Jatznicker Stallungen bleiben erhalten und werden künftig zur Jungrinderaufzucht genutzt. Während der Planungsphase wurden mehrere mögliche Standorte verglichen und nach einem geeigneten Baufeld gesucht. Eine Expansion an den bestehenden Stallanlagen wurde wegen der Nähe zur Wohnbebauung als ungünstig für die Betriebsentwicklung eingeschätzt. Für den Stallneubau wurde ein ehemaliger Betriebsteil mit zahlreichen Altgebäuden außerhalb des Ortes aktiviert. Damit konnte vermieden werden, dass Ackerflächen der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen und versiegelt werden.

Das gesamte InnovationsTeam, allen voran Herr Stefan Dröge als Bauleiter und Christiane Brandes, wünschen der Agrargenossenschaft Jatznick viel Erfolg und danken für das Vertrauen.
Außerdem wünschen wir allen unseren Kunden und Fans ein und frohes Osterfest!
Christiane Brandes, InnovationsTeam